
DB-200-6 7
Cu-DHP CuNi10-
Fe1Mn
NO3
-ppm <100 <100
S2- ppb ‒ <5
Es ist ratsam, die Kühlmediumrohre regelmäßig zu rei-
nigen. Ihre Verschmutzung ist direkt von der Qualität
des verwendeten Kühlmediums abhängig. Die Rohr-
bündel können auf der Kühlmediumseite ohne Eingriff
in den Kältemittelkreislauf gereinigt werden.
• In den Rohren können sich gelöste oder feste Be-
standteile des Kühlmediums absetzen wie Kalk,
Sand, Algen oder Schlick.
• Organische Stoffe z. B. Algen können Lokalelemente
bilden. Daraus kann im schlimmsten Fall Lochfraß
entstehen.
• Bei Kühlung mit Meerwasser können auch innen auf
die Rohrwand Muscheln aufwachsen.
3.2.1 Korrosion und Kalkbildung
Die Einflüsse auf die Lebensdauer der Kühlmediumroh-
re sind komplex. Im Kühlmedium gelöster Sauerstoff
und die Gase CO2 und H2S tragen wesentlich zur Kor-
rosion bei. Feste Schwebstoffe können sich im Rohr-
profil ablagern. Um Staub, Sand oder die Ablagerungen
und Abbauprodukte organischer Anteile kann in relativ
kurzer Zeit Lochfraß entstehen. Deshalb muss der An-
teil gelöster Gase und Feststoffe so gering wie möglich
gehalten werden. Das Aufwachsen von Muscheln in
den Rohrprofilen muss in jedem Fall verhindert werden.
Um Korrosion und Kalkbildung von gas- und feststoff-
freiem Kühlmedium qualitativ abschätzen zu können,
müssen Salzgehält "S", Basizität "Alc", CaCO3-Konzen-
tration "Ca" und der pH-Wert des Wassers bekannt
sein:
Langelier-Sättigungsindex
Aus dem jeweiligen negativen Logarithmus dieser Wer-
te berechnet sich diese Kennzahl:
▶ LSI = pH - pS - pAlc - pCa
➙ LSI < 0: Das Kühlmedium kann Korrosion verursa-
chen.
➙ LSI = 0: Es ist weder Korrosion noch Kalkbildung zu
erwarten.
➙ LSI > 0: Das Kühlmedium kann Kalkbildung verursa-
chen.
Ryznar-Stabilitätsindex
Diese Kennzahl berücksichtigt auch den Einfluss der
Temperatur. Die Berechnung ist etwas komplexer, die
Temperatur wird als absolute Temperatur Tabs erfasst,
das entspricht der Temperatur in °C plus 273K.
▶ RSI = 2 x (44,25 + lg((S - 1) / 10) - (13,12 x lgTabs) -
lgAlc - lgCa) - pH
➙ RSI < 5,5: Das Kühlmedium neigt stark zu Kalkbil-
dung.
➙ 5,5 < RSI < 6,2: Das Kühlmedium neigt zu Kalkbil-
dung.
➙ 6,2 < RSI < 6,8: Es ist nur sehr wenig Kalkbildung zu
erwarten.
➙ 6,8 < RSI < 8,5: Das Kühlmedium ist korrosiv.
➙ 8,5 < RSI: Das Kühlmedium ist sehr korrosiv.
3.2.2 Durchflussgeschwindigkeit
Durchflussge-
schwindigkeit
Cu-DHP CuNi10Fe1Mn
minimal 1,0 m/s 1,0 m/s
empfohlen 1,5 .. 2,5 m/s 1,5 .. 1,8 m/s
maximal 3,0 m/s 2,0 m/s
Diese Werte gelten für sauberes und gasfreies Wasser
direkt am Eintritt. Mit gering feststoff- oder gasbelaste-
tem Wasser kann der Bündelrohrverflüssiger bis zu ei-
ner Durchflussgeschwindigkeit von ca. 1,5m/s betrie-
ben werden. Dazu müssen aus vergleichbaren Anwen-
dungen positive Erfahrungen vorliegen.
Die minimale Durchflussgeschwindigkeit des Kühlmedi-
ums stellt ausreichenden Wärmetransport bei niedriger
Wärmelast sicher. Ein zu hoher Durchfluss kann zu
Schwingungen in den Rohren führen und je nach Quali-
tät es Kühlmediums auch zu Abrieb des Rohrprofils
oder zu Kavitation.
HINWEIS
Zu hohe Durchflussgeschwindigkeit beschädigt
die Kühlmediumrohre.
Maximale Durchflussgeschwindigkeit niemals
überschreiten.
Ein geringer Durchfluss durch die Kühlmediumrohre ist
auch im Stillstand der Anlage erforderlich. Dies verhin-
dert Ablagerungen und verringert die Gefahr von Kalk-
bildung und Korrosion.
Bei Parallelbetrieb:
▶ Die Durchflussgeschwindigkeit an jedem Bündelrohr-
verflüssiger in jedem Betriebszustand überwachen.
▶ Vorzugsweise für jeden Bündelrohrverflüssiger eine
Kühlmediumpumpe einbauen.